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Seminar: Hat hier gerade jemand Spaltung gesagt?

Linke Gesellschaftskritik im 21. Jahrhundert

Wann? 6.­ bis 9. Juni 2014

Wo? In der Projektwerkstatt Saasen

Am Anfang war der Marx

Ob es heutige Linke nun wollen oder nicht: der traditionelle Marxismus ist das Urbild aller emanzipatorischen Gesellschaftstheorie. Es hat einige Zeit gedauert, bis deutlich wurde, das hier nicht alles Gold war, was glänzt. Auch der traditionelle Marxismus hat seine dunklen Schattenseiten. Auch er hat Elemente, die wir heute nicht mehr als sonderlich emanzipatorisch bewerten würden. Darum ist es auch kein Wunder, das er in der ersten Hälfte des 20. Jhds. in eine schwere Krise geraten ist.

Andere Zeiten, neue Kritik

Im Zuge dieser Krise der traditionellen linken Befreiungstheorie haben sich Abgrenzung von der Theorie und Praxis des traditionellen Marxismus neue linke Ansätze zur Gesellschaftskritik entwickelt. Im Mittelpunkt dieses Seminars sollen vor allem die Kritische Theorie (Adorno, Marcuse, Fromm) und der Postmoderne (Foucault, Derrida, Butler). * Wir wollen in diesem Seminar gemeinsam herausarbeiten, von welchen (unterschiedlichen) Momenten des traditionellen Marxismus sie sich abgrenzen – und warum ihnen deshalb bestimmte Erkenntnisse als besonders wichtig gelten. Im Mittelpunkt steht also der Versuch zu verstehen, warum sich unterschiedliche linke Strömungen herausgebildet haben und warum die sich nicht selten spinnefeind sind.

Aktuelle Debatten

Nach diesem Einblick in die linke Theoriegeschichte wollen wir uns schließlich den neueren Diskussionen dieser Strömungen zuwenden. In der Tradition der Kritischen Theorie könnten hier z.B. die Wertkritik oder die Neue Marx Lektüre im Mittelpunkt stehen, in der Tradition des Poststrukturalismus könnte eine Auseinandersetzung mit postkolonialer Theorie, Queer­Theory und Critical Whiteness weiterführend sein.

Theorie und Praxis

Dabei ist die Auseinandersetzung mit diesen Theorien für uns kein Selbstzweck. Wir wollen auch herausfinden, ob sie uns heute zur Erklärung unseres Unbehagens in der Gesellschaft Hilfestellungen geben können. Dass das Seminar in der Projektwerkstatt in Saasen stattfinden wird, gibt unserem Vorhaben einen nur noch größeren Reiz: Die Projektwerkstatt ist nicht nur selbst lebendige Bewegungsgeschichte, sondern verfügt zudem über eine umfangreiche Bibliothek zu verschiedensten Themen emanzipatorischer Bewegungen.

* Teil des Seminar wird möglicherweise auch die Einsicht sein, das es ,die‛ Kritische Theorie genausowenig gibt wie ,die‛ Postmoderne – und das viele der Theoretiker*innen sich zeitlebens mit Händen und Füßen gewehrt haben, da überhaupt reinsortiert zu werden.

Info

Anmeldung bitte an unser Büro schicken oder faxen. Nach der Anmeldung bekommst Du eine Anmeldebestätigung zugeschickt. Eine Anreise wird aus Kassel, Frankfurt, Gießen Marburg und Darmstadt bei Bedarf organisiert.

Der Teilnahmebetrag inkl. Anreise, Verpflegung und Unterkunft beträgt 20 Euro, der reduzierte Beitrag (für Mitglieder oder Geschwister) 15 Euro.

Am Geld soll die Teilnahme aber nicht scheitern. Bitte wende Dich einfach an uns!

Kontakt

SJD – Die Falken Hessen Nord
Humboldstr. 8A, 34117 Kassel
Mail: nordhessen@falken­hessen.de
Tel.: 05 61/ 9 79 42 80
Fax: 05 61/ 9 79 42 79